



Hinter der Skulptur steckt ein prozesshafter Ausdruck des unvergleichlichen Wohlbefindens, dass entsteht wenn Frau, nach einer langen Wanderschaft zum Beispiel, es einfach draußen laufen lässt. Man ist es gewohnt, dass Menschen mit Penis an jeden Baum strullern können (auch gern ungeniert im Stadtraum), für weibliche Körper ist aber schon allein die Logistik eine andere (Nicht die Füße treffen!). Dazu kommt eine große Verletzlichkeit, wenn Frau Hose trägt und diese fast komplett ausziehen muss, denn unbekleidet wird ein Frauenkörper in der Regel direkt schneller sexualisiert. Doch wir alle müssen pinkeln und draußen in der Natur, für sich allein und geschützt von Blattwerk, kann es fast eine Meditation werden, sich mit seiner animalischen Seite zu verbinden und dabei den Ausblick zu genießen.
Nadelstich für Nadelstich hüllte sich der wattene Körper in zarte Seiden, verzierte sich mit schimmernden Glasperlen, steht in weichem Flausch. Textil ist auch immer eine Verlockung zur Berührung – wir tragen es ja jeden Tag auf unserer eigenen Haut. Das sinnliche Material spielt mit dem neckischen Verbot, dass dieser Körper unberührbar ist.
Ausgestellt November 2025 “Der Aufwand” VollMarianne Dessau

