Spür Nach – Sexualität ganzheitlich denken

Wie gibt man Raum für die Auseinandersetzung eines Themas, das so tabuisiert ist und doch so viel auslöst? “Spür Nach” erforscht, was Sexualität in ihrer Gesamheit bedeuten kann und lädt zum Nachdenken ein.

Sexualität ganzheitlich denken

Dieses Projekt startete bewusst im Kosmos einer provinziellen Kleinstadt. Das Thema Sexualität ist dort im öffentlichen Raum oder allgemeinem Diskurs kaum präsent. Wenn doch, wird es entweder mit Sexualisierung verwechselt oder stark auf einen Aspekt reduziert. (z.B. sexuelle Orientierung oder Sexpraktiken) Bei verschiedenen Befragungen der Menschen vor Ort wurde jedoch deutlich: es ist ein Buzzword, das starke Reaktionen hervorruft. Sei es Scham, Neugier oder sogar Genervtheit. “Das ist doch Privatsache!” oder “Warum soll ich da nochmal drüber nachdenken, ist doch schon alles gesagt.”

Wie allumfassend sich das Thema Sexualität auf die verschiedensten Lebensbereiche auswirkt, scheint jedoch aber oft unerkannt. Und gerade in dieser Bewusstmachung liegt ganz viel Potential für mehr Lebensqualität.

Zum Reflektieren einladen

Im Fokus des Projektes standen Menschen ohne leichten Zugang zum Thema Sexualität oder ohne Raum im Alltag, um darüber nachzudenken. Wir entwickelten mit Spür Nach ein Reflexionsspiel und eine Ausstellung, die es erleichtern soll, mehr über sich selbst herauszufinden. Was bedeutet dir Sexualität?

Die Methode, die für das Reflexionsspiel entwickelt wurde, kombiniert Information, Fragen, persönliche Statements von anderen Menschen und sogenannte “Impulse”, die helfen, sollen das Thema Sexualität aus ganz verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Die Elemente des Reflexionsspiels wurden ebenfalls zu Ausstellungselementen entwickelt.

Mittlerweile wird das “Spür Nach Impulsset” von einigen Sexualtherapeut:innen in ihrer Praxis verwendet und durch deren Feedback weiterentwickelt. (Auf Anfrage erhältlich) Die dazugehörige Ausstellung wurde mehrfach gezeigt, u.a. in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro Dessau-Roßlau und dem Jugendclub Zoberberg Dessau.

Sanftheit statt Rotlicht

Die Gestaltungssprache möchte der Verletzlichkeit gerecht werden, die mit dem Thema Sexualität kommt. Statt reißerisch und plakativ zu sein, was dem Buzzword Sexualität meist eh vorauseilt, ist Spür Nach sanft und klar gestaltet. Illustrationen erlauben ein Stück Distanz, ohne Emotion zu verlieren.

RolleProjektartZeitraum
Konzept, Design und Umsetzung gemeinsam mit Vanessa EnigkThesis für Bachelor of Arts
Integriertes Design Hochschule Anhalt / Freies Projekt
seit 2022